Segmente Charles Curtis


  Donnerstag, 13.Sep.07
  Ausstellungsraum
  Donnerstag 13 September 2007 21h

Charles Curtis // Cello (USA)
spielt «Naldjorlak» eine Komposition von
Eliane Radigue (FR)

Christian Weber // Kontrabass (CH)
Soloimprovisation

Information zur Kompostion «Naldjorlak»
In Zusammenarbeit mit Charles Curtis entstanden, ist dies das erste rein akustische Werk eines Komponisten, der auf dreißigjährige Pionierarbeit für rein elektronischen Sound zurückblicken kann.
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  Information zur Kompostion «Naldjorlak»
In Zusammenarbeit mit Charles Curtis entstanden, ist dies das erste rein akustische Werk eines Komponisten, der auf dreißigjährige Pionierarbeit für rein elektronischen Sound zurückblicken kann. Zarte, dennoch dichte Klangfülle wird nahtlos in eine dreiteilige Struktur eingewebt. Die versteckte, ungezähmte Klangfülle des Cellos ist in all ihrer Schallkomplexität und Fragilität gezeigt. Der tibetanische Titel bezieht sich auf die Bewegung allen Lebens in Richtung Ganzheitlichkeit. Qualitäten des intensiven Fokus, der Konzentration und Spiritualität, Grundsteine aller Arbeiten von Eliane Radigues, sind aus dem elektronischen Studio des Komponisten auf die Konzertbühne übertragen worden.
Radigue studierte in den 50er Jahren unter Pierre Schaeffer und Pierre Henry am RTF und galt jahrzehntelang selbst als Pionierin rein elektronischer Musik und Sounds – als Klangquelle dienten ihr vor allem ein Arp Synthesizer und medium recording tape. Der tibetanische Titel des Werks erklärt sich aus Radigues Konvertierung zum tibetanischen Buddhismus in den 70er Jahren und bezeichnet, dass die Bewegung allen Lebens in Richtung Vereinigung strebt. Die an sich dreiteilige Komposition stellt sich bruchlos und eng verwoben als ein ganzes dar, die hörbare „Form“ spiegelt die Geographie und Form des Cellos – vom Wirbel bis zum Stachel – wieder. Delikat in seiner dynamischen Bandbreite und Qualität lotet die Komposition höchst diffuse (Eigen-)Texturen des Instruments aus, die sich einer scharfen Fokusierung und klaren Wahrnehmung entziehen: der versteckte, nicht zu bändigende Ur-Klang des Cellos entpuppt sich als eine extrem instabile und komplexe Quelle. „Naldjorlak“ erfuhr durch Charles Curtis bereits in Städten wie New York, Los Angeles, Paris, Köln und Hamburg akklamierte Aufführungen. The Wire schrieb etwa über die Pariser Premiere: „nothing short of a triumph … pure Radigue: a deceptively simple but extraordinarily beautiful exploration of the natural behaviour of sound.“ Und Radigue, jüngst Gewinnerin der Golden Mica der Ars Electronica 2006 in Linz, wiederum wird in der New York Times beschrieben als “a steady stream of sonic activity taking place right at the edge of ones perception.” Qualitäten intensiver Konzentration, Fokussierung und Auflösung eines vermeintlichen “Selbst” machen so die ganz spezielle Spiritualität Radigscher Musik aus.



Information zu den Musikern

Charles Curtis // Cello
Der amerikanische Cellist Charles Curtis, Absolvent der renommierten Julliard-Kaderschmiede von Spitzenmusikern in New York, ist einer d e r Interpreten experimentell-zeitgenössischer Musik und vor allem für seine exemplarischen Interpretationen von Kompositionen La Monte Youngs, Alvin Luciers, Eliane Radigues oder auch Morton Feldmans bekannt. Als Solist auch klassischer Literatur international gefragt und Partner von Dirigenten wie Previn, Gardiner, Wand und Eschenbach war Curtis auch über Jahre Solo-Cellist des NDR Symphonieorchesters in Hamburg, unterrichtete an der Princeton University und ist seit 2001 Professor für zeitgenössische Aufführungspraxis und Cello an der University of California in San Diego.
Curtis eigene Werke reflektieren seine frühe Verbindung mit der New Yorker Underground-Rock-Szene der frühen 80er Jahre (King Missile, Bongwater, Dogbowl) und natürlich auch mit La Monte Young – Curtis stand über viele Jahre in engster Verbindung mir diesem legendären Avantgarde-Komponisten und hat u. a. als Leiter des Young's Theatre of Eternal Music String Ensemble mehr Auf- und Uraufführungen von dessen Werken gespielt als jeder andere Interpret. Im Gegensatz zu einem Großteil klassisch-zeitgenössischer Musik, die vermehrt Elemente etwa des Rock oder Pop als kulturell, politisch oder konzeptuell interessante Versatzstücke in Kompositionen mit einbezieht, unterscheidet Curtis als Komponist nicht zwischen den Quellen oder Genres, aus denen er sein musikalisches Material bezieht, sondern schafft ein genuin hybrides Werk, dessen Vokabular und strukturelle Bedingtheiten aus rein kritisch formalen Überlegungen bestimmt wird.

Christian Weber // Kontrabass (Bass, Electronics), als Forschender und Reisender in ganz Europa unterwegs, zwischen zeitgenössischer komponierter Musik, Noise & Improvisation. Konzerte und Zusammenarbeit mit ua. Peter Kowald, Otomo Yoshihide, Irène Schweizer, Charles Gayle, Lol Coxhill, Günter Müller, Norbert Möslang, Jason Kahn, Robert Dick, Elliot Sharp, Joachim Kühn, Werner Lüdi, Gene Coleman, Simon Nabatov, Evan Parker, John Butcher, Franz Hautzinger, Olaf Rupp, Stephan Wittwer, Lucas Niggli, Nils Wogram, Boris Hauf, Tom Varner, Roger Rotor, Alfred Zimmerlin, Antoine Chessex, Gilles Aubry, Dave Phillips, Johannes Bauer, Richard Koch, Simon Picard, Ludwig Bekic, Jacques Demierre, Martin Schütz, Phil Minton, Jorge Sanchez-Chiong, Bo Wiget, Urs Leimgruber, Michael Zerang, Mazen Kerbai, Chris Dahlgren, Kai Fagaschinski...

 
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