«Schlagwort» Sebastian Hofmann


  Freitag, 28.Mär.08
  Veranstaltungsraum
  «Schlagwort»
Ein Solo-Programm mit zeitgenössischer Musik
für Schlagzeug, Texte und Musiktheater

Programm

«RE:SPONSE (EIN:SÄTZE)
- über das infame leben der dinge» (2007, UA)
Vänci Stirnemann (*1951), Dauer 10 Min.

«North Star Boogaloo» (1996)
George E. Lewis (*1952)
Quincy Troupe (Text), Dauer ca. 15 Min.

«Toucher»(1973)
Vinco Globokar (*1934), Dauer 10 Min.

«mess&math»(2006)
Jörg Köppl (*1964), Dauer 8 Min.

«?corporel»(1979)
Vinco Globokar (*1934), Dauer 7 Min.


  Sebastian Hofmann 
  Konzert Freitag, 28.Mär.08, 21.00
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  Zwei Aspekte durchziehen sämtliche Werke des Komponisten Vinko Globokar, wobei auch der improvisatorische Charakter seiner Arbeit eine wesentliche Rolle einnimmt: Der eine ist die Auslotung des Klanges, verbunden mit der Entwicklung neuer und vielfältiger Techniken der Klangerzeugung. Der andere ist die Arbeit am Verhältnis von Musik und Sprache. Dies kommt besonders in seinen Kompositionen «toucher» und «?corporel» eindrücklich zum Ausdruck.
Im Vordergrund stehen Kompositionen rundum das Thema Sprache von vereinzelten Wortsezierungen, bishin zum klangspielerischen und dennoch forschenden Umgang mit Lauten und Silben. Im Programm sind aber auch musik-theatralische Aspekte berücksichtigt, die oft performativ aus dem Moment heraus entstehen können.

Eine Uraufführung als Auftragswerk an den Zürcher Performance-Künstler und Schriftsteller M. Vänçi Stirnemann bildet gewissermassen den Ausgangspunkt des Programmkonzeptes «Schlagwort».
M. Vänçi Stirnemann beschäftigt sich in diesem Auftragswerk «RE:SPONSE (EIN:SÄTZE) - über das infame leben der dinge» mit Schlagwerk und Geräusch erzeugenden Alltagsgegenständen - welche abgelöst vom Kontext, zugleich rätselhaft und unheimlich erscheinen - über Fragen der scheinbaren Ordnung und Unordnung. Die Unerklärbarkeit der Klänge erzeugt eine verbale Sprachabsenz, daraus eine scheinbare Unordnung aufgelöst wird. Die Grenze zwischen Alltagskultur und Kunstkultur ist in dieser Komposition manchmal betont, manchmal verwischt.

Ebenfalls seit langem in Zürich tätig, ist der in Baden geborene Performance- und Audio-Künstler Jörg Köppl. Sein «mess&math» wurde mehrmals erfolgreich an ausländischen Festivals aufgeführt.
In «mess&math» führen unterschiedliche Interaktionsmuster zwischen dem Interpreten und dem Computer zu einer Klangsprache, die sich an der Grenze zwischen semantischem Verstehen und musikalischem Hören bewegt. Ausschnitte einer Gesprächsaufnahme bilden dabei das Ausgangsmaterial. In einem stetigen Prozess bewegt sich die Musik zwischen Textnähe und deren Abstraktionen und wird klanglich wie inhaltlich in eine adäquate und eigenständige Form geführt. Die Präparierung des Schlagzeugs ermöglicht eine Annäherung zu den einzelnen Konsonanten und stimmhaften Lauten und vollzieht damit eine Transformation der Dinge an der Sache selbst.

Die amerikanische, zeitgenössische Musik ist uns Europäern leider immer noch zu wenig vertraut. Doch gerade aus den USA kommt oftmals ein wesentlich unverkrampfter Umgang mit unserer Tradition. Der Komponist und Posaunist Georg E. Lewis etwa kennt keine Berührungsängste, wenn es um Hoch- oder Niederkultur geht. In seinem Stück «North Star Boogaloo» ist Lewis reiche Jazzerfahrung und ein starker Einfluss der HipHop-Aesthetik klar erkenn- und hörbar. Der Schlagzeuger spielt in gewisser Hinsicht ein doppeles Spiel: einerseits als Musiker, andererseits
imitiert er in «North Star Boogaloo» eine Situation, wie wir sie sonst nur aus Basketball Veranstaltungen her kennen. Eine einmalig originelle Kombination zwischen Sprache, musikalischer Performance und aberwitzigem Happening.

 
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