pulp.noir iscapes 2


  Mittwoch, 08.Dez.10 - Donnerstag, 09.Dez.10
  Veranstaltungsraum
  8. Dezember 2010, 20:30 Uhr
9. Dezember 2010, 20:30 Uhr

Videoclips aus live improvisierten Sounds, Words und Visuals: pulp.noir iscapes 2

Kombinatorik und Simultaneität, Nietzsche und Camus, Pulp-Ästhetik der 1920er-Jahre und surrealistische Malerei: Die Performer/innen improvisieren entlang eines ‹Drehbuchs› - es entstehen tripartige Videoclips, quasi Aufnahmen digitaler Welten (aus Geräusch und Musik, Sprache und Gesang, Schrift und Bild), die wie beim Surfen im Internet mit einem einfachen Schlüsselbegriff beginnen und durch Verlinkung verwandter Inhalte zu einem weiten Assoziationsraum anwachsen. Iscapes zeigen nicht reale virtuelle Welten, sondern – bereits ein Schritt weiter – simulierte virtuelle Welten, sozusagen die Simulation der Simulation von Wirklichkeit.

Yoshii Riesen/Patrick Gusset, Vocals, Noises
Marius Peyer, Beats, Samples
Christian Rösli, Synths, Keys
Thomas Winkler, FX, Live-Mix
Julia Maria Morf, Bild-, Textloops
Pe Lang, Videosoftware
Thomas Fischer, Screenplays
   pulp.noir 
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  In einer audiovisuellen Performance, bei der die verwendeten Medien gleichberechtigt miteinander verknüpft werden, kreieren sechs Musiker, Texterinnen und Videobildner tripartige Videoclips. Die Performance wirkt dabei mehr wie eine Aufnahme-Session als ein Konzert, und die Clips sind das resultierende Produkt, das in Echtzeit auf der Leinwand zu sehen und über die Lautsprecher zu hören ist. (Gespielt wird also weniger auf das Publikum als auf die Aufnahme hin, und man könnte sagen, dass ein Medium zwischen den Performenden und dem Publikum steht.) Beide Aspekte – Prozess und Resultat – sind aber von gleicher Bedeutung, und die Arbeit funktioniert gleichermassen live (auf einer Konzertbühne), als A/V Installation (in einem Kunstraum) oder als Art Clips (im Internet).

Ziel ist nicht ein abgeschlossenes Produkt, sondern ein Work in Progress, dessen Zwischenresultate immer nur solange Bestand haben, bis eine weitere Performance gespielt wird; auf der Website www.iscapes.ch und im Falle einer A/V Installation werden dann jeweils die aktuellsten Clips gezeigt, d.h. die Aufzeichnungen der zuletzt gespielten Live Performance.

iscapes [Aufnahmen digitaler Welten] zeigen nicht reale virtuelle Welten, sondern – bereits ein Schritt weiter – simulierte virtuelle Welten, sozusagen die Simulation der Simulation von Wirklichkeit. Das Prinzip der Kombinatorik, die Simultanität von Ereignissen und das Nichtgebundensein an einen Ort erinnern stark an die traumhaft-unwirklichen Welten, wie sie in vielen surrealistischen Gemälden (z.B. von René Magritte oder Salvador Dalí) dargestellt sind.

Die entstehenden Videoclips haben keine Story oder durchgehende Handlung zum Inhalt, sondern mehrere miteinander verbundene Episoden, die ein Thema umkreisen. Quellen für die Wahl der Themen sind z.B. Friedrich Nietzsche, Franz Kafka oder Albert Camus. Allgemein gesprochen geht es um die Absurdität des Lebens, um das «Trotzdem-Weitermachen», obwohl man eigentlich um die Vergeblichkeit weiss. Im Speziellen geht es dann zum Beispiel um grosse Entwicklungssprünge – die aufs Ganze gesehen nur gleitende Übergänge sind; oder um den radikalen Neuanfang – der doch immer nur variierte Wiederholung hervorbringt. Und natürlich ist der Name des Projekts Programm; immer wieder dreht es sich um die Frage: Realität oder Virtualität, Authentizität oder Fake, Original oder Kopie?

Während die Themen also ernst (und auch ernst gemeint) sind, tendiert die Umsetzung zu (schwarzem) Humor und zur Pulp-Ästhetik. Dem Stil der Pulp Magazine der 1920er bis 1940er Jahre folgend, geht die Arbeit von realistischen Bausteinen und realistischer Umgangssprache aus und schafft quasi mit dem Schwarzstift schärfere Konturen.

www.iscapes.ch
www.pulpnoir.ch
 
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