Konzert: ensemble für neue musik zürich


  Freitag, 27.Jan.12 - Samstag, 28.Jan.12
  Veranstaltungsraum
  Freitag 27. Januar & Samstag 28. Januar, 20:00 Uhr

Konzert: ensemble für neue musik zürich

Arthur Russell (1951-1992) TOWER OF MEANING EA

Martin Lorenz (*1974) FOR ENSEMBLE III UA / FOR ENSEMBLE IV UA

Solist: Frank Möbus, E-Gitarre

ensemble für neue musik zürich:
Hans-Peter Frehner (Flöte)
Manfred Spitaler (Klarinette)
Lorenz Haas (Schlagzeug)
Viktor Müller (Klavier)
Urs Bumbacher (Violine)
Nicola Romanò (Violoncello)

Martin Lorenz (Turntables)
Willy Strehler (Live-Sound)

Sebastian Gottschick (Leitung/Viola)

Das ensemble für neue musik zürich wartet mit einer "Coverversion" von Tower Of Meaning auf. Diese in der Popmusik weit verbreitete Form der Darbietung soll hier weniger Neuinterpretation des Stückes sein, sondern ein Versuch, die nur auf Tonaufnahme existierende Musik originalgetreu wiederzugeben. Das Ensemble spielt verstärkt, um dem Klangdesign der Aufnahme möglichst nahe zu kommen.
Russells Werke entstanden im Herzen der bahnbrechenden Kompositions-, Tanz-, und Club-Szene der Siebziger- und Achzigerjahre, die sich in Downtown New York bildete. Verdrehter Folk, experimentelle Musik, intimer Voice-Cello-Dub, New Wave, Disco,: Arthur Russell bewegte sich innerhalb und zwischen Stilrichtungen und Szenen simultan und lotete wie kein anderer seiner Zeitgenossen das Potenzial einer befreiten, utopischen Musik aus.

Eintritt 20.- / 30.-
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  Arthur Russells Tower Of Meaning, erschienen auf der Doppel-CD First Thought Best Thought, fasziniert durch die Mischung aus abstrakter Schlichtheit und atmosphärischen Stimmungsmomenten. Klangflächen in ständig variierender Instrumentation wechseln sich mit choralartigen Teilen ab, dazwischen kurze Intermezzi, die sich durch eine etwas dynamischere Rhythmik von den anderen Teilen abheben.

Bei der Rekonstruktion des Werkes stellen sich zwei Schwierigkeiten. Die vorliegende Aufnahme von Tower of Meaning - ein Live-Mittschnitt - ist in einem akustisch schwierigen Raum aufgenommen worden in dem etliche Resonanzen teilweise kaum von gespielten Tönen zu unterscheiden sind. Wegen der Live-Situation sind wohl auch einige Pannen passiert. Inwieweit diese Abweichungen vom vermeintlichen Notentext zufällig oder nach Plan geschehen sind, lässt sich nur von Fall zu Fall abwägen und letztendlich kaum schlüssig beantworten. Klar scheint aber, dass sie nicht unwesentlich zum sich ständig variierenden Charakter der Stücks beitragen und zu einem grossen Teil den Charme der Musik mitprägen. Die Herstellung einer Coverversion ist also eine Gratwanderung zwischen Erahnen der ursprünglichen Intention des Komponisten und des Original-Notentextes und einer bis ins Detail präzisen Transkription des Tondokumentes.

Martin Lorenz schreibt basierend auf mathematischen Strukturen eine Musik von minimalem Charakter aber komplexer variantenreicher Form. Aus Permutationen musikalischer Parameter und polyrhythmischen Überlagerungen ergeben sich musikalische Gestalten. Diese kontrollierte Arbeitsweise hinterfragt er, indem ein frei improvisierender Solist mit seinem Spiel auf die komponierten Strukturen prallt, diese demontiert, sabotiert, aufgreift und nach eigenen Regeln weiterentwickelt. Das Ensemble konnte mit dem Gitarristen Frank Möbus (Der Rote Bereich, Till Brönner, Rainer Tempel u.a.) einen international tätigen Solisten gewinnen.

Martin Lorenz
 
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