Baudelaire Prisma - ein multimediales Porträt


  Mittwoch, 22.Jan.14
  Veranstaltungsraum
  Laura Pohl, Sopran;
Samuel Edvardsson Wigervall, Gitarre;
Tosh Leykum, Live-Videoprojektion

Ein vielfältiges, multimediales Bild von Charles Baudelaire. Material für die Videoprojektionen sind Liveaufnahmen der Musiker, die mit Bildmaterial live verarbeitet werden. Ausgangspunkt war ein Zyklus von Ylva Skog (Schweden) auf vier Gedichte aus „Les Fleurs du Mal“, wobei sie die Aktualität von Lebensqual, Genuss und Angst faszinierte. Auch Max E. Keller hat vier Gedichte aus diesem Klassiker ausgewählt, welche die Ambivalenz der Weltsicht ausdrücken, die schon im Titel "Blumen des Bösen" genannt ist. Catharina Palmér vertont Dreamland von Edgar Allen Poe, einem Seelenverwandten Baudelaires. Tatjana Prelevic verwebt in ihrem Werk ein Gedicht Baudelaires mit einem Text ihres Landmannes Branko Milijkovic. Vladimir Gorup vertont mit Lesbos eines der sechs Gedichte, welche 1857 verboten wurden. Zwei Gitarrensoli runden das Programm ab, von Christian Dieck und von Hans Eugen Frischknecht - eine Uraufführung. Die spannungsvolle, vielfältige Performance ist in Schweden und Deutschland bereits mit schönem Erfolg präsentiert worden.
  Konzert Mittwoch, 22.Jan.14, 20.30
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  Programm:

Ylva Skog Baudelaire sånger (2003)
(* 1963) Vier Gedichte aus "Fleur du Mal"

Hans Eugen Frischknecht FanSolSi (2013) Fantasie für Gitarre solo, Uraufführung
(* 1939)

Catharina Palmer Through darkened glasses (2012)
(* 1963) Text: “Dreamland” von Edgar Allan Poe

Tatjana Prelevic Entre les deux - dazwischen (2012); Text: "Le Crepuscule du Matin" von
(*1963) Charles Baudelaire und „Bol i Sunce“ von Branko Miljkovic

Christian Dieck Occursus (2011) für Gitarre solo
(* 1982)

Vladimir Gorup Lesbos (2012) für Sopran solo
(*1982) Text: “Lesbos” aus “Les Fleurs du Mal” von Charles Baudelaire

Max E. Keller Les Fleurs du Mal (2012); vier Gedichte
(* 1947) Auftrag der STEO Stiftung Zürich

Die spannungsvolle, vielfältige Performance ist in Schweden und Deutschland bereits mit Erfolg präsentiert worden. Die vier von Max E. Keller vertonten Gedichte drücken die Ambivalenz der Weltsicht aus, die schon im Titel Blumen des Bösen anklingt. Aber auch der Lebensüberdruss (ennui) und die Flucht aus der Realität sind Themen. Für Edgar Allen Poe, ein Seelenverwandter, ist die Landschaft ein solcher Fluchtort, wie in Dreamland dargestellt, das die Schwedin Catharina Palmér vertont hat. Tatjana Prelevic (Montenegro, heute in Hannover als Komponistin und Pianistin wirkend) verwebt in ihrem Werk ein Gedicht Baudelaires mit einem Text ihres Landmannes Branko Milijkovic: Baudelaire als Wegbereiter der europäischen Moderne - auch heute noch aktuell. Vladimir Gorup (Kroatien, lebt heute in Hannover als Komponist und Akkordeonist), vertont mit Lesbos eines der sechs Gedichte, welche
1857 verboten wurden - die gleichgeschlechtliche Liebe wird auch heute noch in manchen Ländern verfolgt. Zwei Gitarrensoli runden das Programm ab. Christian Dieck schreibt zu seinem Stück Occursus (lat. Begegnung): "Eine Begegnung mit einem anderen Menschen oder mit sich selbst, wo verschiedene Kräfte wirken, oder mit etwas Höherem?" In Hans Eugen Frischknechts FanSolSi (Uraufführung) ist die Gitarre auf besondere Art gestimmt. Gewisse Intervalle klingen reiner als auf dem Klavier, auf der andern Seite sind Mikro-Intervalle möglich. Durch diese "Bizarrerie" ergibt sich ein Bezug zu einem Ausspruch von Charles Baudelaire: "Le beau est toujours bizarre."


Samuel Edvardsson Wigervall: Studium in Stockholm. Zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Werke, für ihn geschrieben. Spielte Stücke u.a. von Elliott Carter, Brian Ferneyhough, Aldo Cementi, Franco Donatoni, Hans Werner Henze. Oft Zusammenarbeit mit Sängern, so mit dem Bariton Rasmus Ringborg über 300 Konzerte. Mitglied des Svenska Schumannensemblen: über 30 Schumannlieder mit 2 Gitarren, Bariton und Rezitation. Nimmt gegenwärtig zwei CDs mit alter und zeitgenössischer Musik auf. www.samueledvardsson.com

Laura Pohl: Stipendien des DAAD und des Richard-Wagner-Verbandes. Mehrfache Preisträgerin mit ihrem Duo Oblivión an internationalen Musikwettbewerben. Repertoire von Musik des Mittelalters bis zur Neuen Musik und Tangoliedern. Renommierte Uraufführungen (u.a. am Theater Bielefeld) und Festivals (Neue Musik Rümlingen). Engagements im Ensemble Horizonte und Ensemble Megaphon, Radioaufnahmen. Konzerte in Deutschland und im europäischen Ausland. Zurzeit am Stadttheater Bremerhaven.
www.laura-pohl.de

Tosh Leykum: seit10 Jahren freiberuflicher Videokünstler mit Schwerpunkt Live-Videoprojektionen in Verbindung mit Live-Musik. Zusammenarbeit u. a. mit Düsseldorfer Symphonikern, WDR Rundfunk-orchester, Philharmonischem Orchester der Stadt Trier und Kammerorchestern, dem Duo Oblivión, Ensemble Megaphon sowie mit verschiedenen Musiker aus Klassik, Jazz und Neuer Musik, z.B. Lutz Krajenski, Juliano Rossi, Klaus Spenker, Nils Nordmann, Takashi Bernhöft, Julia Mihály, Blake Flaming www.tosh-leykum.de
 
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