Azeotrop und Bruppacher


  Samstag, 29.Nov.14
  20:30 Uhr

Dreiteiliger Konzertabend mit:

Azeotrop:
Dominik Blum, Hammond
Peter Conradin Zumthor, Drumset

&

Bruppacher:
Rahel und Matthias Bruppacher, Objekte, Klangerzeuger


Programm:

Teil 1: Azeotrop - FreeNoiseMetal mit Jingles von Peter Conradin Zumthor und Felix Profos

Teil 2: Bruppacher - Konzepte von Steve Reich, Dieter Jordi, Walter de Maria, Samuel Beckett, LaMonte Young

Teil 3: Azeotrop - Felix Profos: Bock 1-6 (2010)

In einem dreiteiligen cirka 80 minütigen Bogen beginnt das Duo Azeotrop mit seinen lauten, virtuosen und ungestümen Noise-Metal Improvisationen, gespickt mit den sehr schnellen und kurzen „Jingles“ von Peter Conradin Zumthor und Felix Profos. Aus den kargen Weiten der letzten Moderne präsentieren Rahel und Matthias Bruppacher im grossen Saal Werke, welche sich, häufig auch an den Grenzen zwischen den einzelnen Künsten, auf jenem radikalen und spielerischen Terrain bewegen, welches bis heute unvermindert fasziniert und verzaubert. So gelangt ein frühes Konzept des bildenden Künstlers Walter de Maria zur Aufführung (Boxes for Meaningless Work), ebenso Breath von Samuel Beckett; ferner die lapidar aufregende Pendulum Music von Steve Reich und eines der Konzepte von La Monte Young, welches dem Publikum seine eigene Rolle bewusst macht. Ergänzt wird dieses Laboratorium der Moderne durch Konzepte aus den grossen Sammlungen von Dieter Jordi. Der dritte Teil führt zurück zum Duo Azeotrop, welches das eigens für es geschriebene,sechsteilige Werk „Bock“ des Winterthurer Komponisten Felix Profos erklingen lässt.



Eintritt: 25.- / 15.- für StudentInnen/AHV/IV
   detailed description 











 
  Pure musikalische Eruption! Ein stürmischer Albtraum, ein abgründiger Spuk, atonal, polyrhythmisch, schnell, virtuos und brachial – und dann wieder unendlich langsam und geräuschhaft. Das ist Azeotrop mit Dominik Blum aus Zürich, dessen aberwitzige Virtuosität an der letztjährigen Ton Lagen-Festival den Atem stocken ließ, und Peter Conradin Zumthor aus Chur, einem mit Adrenalin überschäumenden Highspeed-Drummer. Felix Profos hat für Azeotrop das 20-minütige Werk Bock geschrieben. Der Winterthurer gehört einer jungen Komponistengeneration an, die wie selbstverständlich und souverän den Umgang mit der „sakrosankten“ Avantgarde-Musik und der „unheiligen“ Pop-/Rock-Musik pflegen, ohne dabei Dünnwässrig-Banales zu schaffen. Thematisch umkreist Bock die unbändige Energie einer physischen Präsenz und des vorwärtsdrängenden Stillstands. Ein komponiertes Ritual, das Raum für Improvisation lässt und doch von einer besessenen Präzision lebt.

Felix Profos:

Felix Profos (1969) studierte Klavier in Winterthur bei Hans- Jürg Strub, Komposition bei Roland Moser in Basel und bei Vladimir Tarnopolski in Moskau sowie Musiktheorie bei Gerald Bennett in Zürich. Felix Profos' Kompositionen für Orchester, Ensembles, Solisten, Elektronik und Video wurden u.a. am Gaudeamus Festival Amsterdam, an den Berliner Festspielen, den Donaueschinger Musiktagen, am Almeida Festival London, am Europäischen Musikmonat Basel und am Schweizerischen Tonkünstlerfest aufgeführt. 1999 erhielt Felix Profos den Kompositionspreis des International Young Composer's Meeting, Apeldoorn/Holland, 2003 wurde ihm eine "fellowship" der New Yorker Civitella Ranieri Foundation zugesprochen. In den letzten Jahren komponierte Felix Profos Auftragswerke für das Amsterdamer Ensemble MAE, für Tamriko Kordzaia, Steamboat Switzerland, Steamboat Switzerland Extended Ensemble, für das Hardcore-Noise-Duo Azeotrop, das Klavierduo Kordzaia-Blum, das Schlagzeugduo Niggli-Zumthor und das Orchester Musikkollegium Winterthur. Seine Soundtracks für die bildenden Künstler Andro Wekua und Agnieszka Kalinowska waren in den letzten 2 Jahren in New York, Chicago, Miami, Wien, Warschau und Zürich zu hören. Mit der interaktiven Arbeit "Vier Nebenräume" nahm er 2009 an der Ausstellung "Milieux Sonores" des ICST im Kunstraum Walcheturm teil. Zur Zeit arbeitet er an Musik für das von ihm neu gegründete Septett Forcemajeure, das Interpret/innen aus der Neuen Musik und dem experimentellen Jazz vereint und im Frühjahr 2010 erstmals auf Tournee gehen wird. 2007 erschien eine Portrait-CD (MGB CTS-109); eine CD der Schlagzeugduos Niggli/Zumthor mit den Werken "Erster Tanz" und "Zweiter Tanz" erschien im Ende 2009 bei Not Two Records in Krakau In Vorbereitung ist eine CD von Steamboat Switzerland mit dem Donaueschinger Auftragswerk "Get Out Of My Room" im Zentrum - sie erscheint im Februar 2010 beim Kölner Label Grob. 2005 - 2008 war er programmverantwortlicher Leiter des Festivals Close Encounters in Tbilisi (Georgien) und weiteren Städten in Georgien und der Schweiz. Felix Profos unterrichtet seit 2002 an der HdK Zürich Komposition, Neue Musik und Musiktheorie.

Matthias Bruppacher

Geboren 1948 in Winterthur. Flötist (Studium bei Martin Wendel und André Jaunet), Musiker und Musiklehrer. Arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Instrumentallehrer und Dozent für Neue Musik an der Kantonsschule Zürcher Oberland. Dort realisierte er auch Projekte mit experimenteller Musik, welche über die Landesgrenze hinaus Beachtung fanden. Seit 1974 Mitglied des Ensemble Neue Horizonte Bern. Unzählige Konzerte in ganz Europa und den USA. Veröffentlichung eines LP-Albums und von CDs. Zusammenarbeit mit
Komponisten wie Henri Pousseur, Frederic Rzewski, Viktor Ekimovski; Schriftstellern wie Michel Butor; Performern wie dem Black Market International u.v.a.m. 1996 Initiant des Musikkollektivs daswirdas. Konzerte in der ganzen Schweiz, Holland, Deutschland und Frankreich. Produktion von zwei CDs bei Edition Wandelweiser mit Musik von John Cage. Zusammenarbeit mit Komponisten wie John Cage, Christian Wolff, Terry Riley u.v.a.m. Preisträger 1996 der Kulturstiftung Winterthur Seit 2013 experimentelle Projekte mit der Geigerin Rahel Bruppacher an den Grenzen von Musik, Performance, bildender Kunst und Literatur.
 
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