Festival
Donnerstag 12.03.2026 20:00 - 00:00
Taktlos Festival - Andreas Tschopp, Stian Westerhus
Programm:
20:00 Andreas Tschopp
21:30 Stian Westerhus
ANDREAS TSCHOPP
Kudu horn, trombone, flutes, samplers
WHAT IF WE ALIGN OUR BREATH
Andreas Tschopp begegnete 2016 während einer Residency in Südafrika zum ersten Mal dem Kuduhorn und war sofort fasziniert von dessen einzigartigem Klang. Traditionell zumeist in rituellem Kontext geblasen, kaufte er drei Hörner und nahm sie mit zurück in seinen Proberaum in der Schweiz. Über die Jahre vertiefte er sein Wissen über und seine Beziehung zur südafrikanischen Musik rund um die Kuduhörner und versuchte, diese einzigartigen Klänge in seine eigene Musik einzubauen. Das daraus resultierende Solo-Album What If We Align Our Breath wurde in Zürich und Johannesburg aufgenommen und erforscht Themen wie Stille, Hoffnung und Verbundenheit. Tschopps Zusammenarbeit mit südafrikanischen Musikern und seine Verwendung von Effekten schaffen eine harmonische Mischung aus akustischen und elektronischen Klängen, die an Minimal Music und Ambient erinnert.
STIAN WESTERHUS
guitar, voice
Als exzentrischer Ausnahmegitarrist und Sänger reist Stian Westerhus durch Jahrhunderte der Musikgeschichte bis in die Zukunft. Vom barocken Stabat Mater über expressionistisches Musiktheater bis hin zu durch Effektgeräte geschredderten E-Gitarren-Sounds bleibt seine Musik stets unvorhersehbar und spannungsgeladen. Zuweilen klingt das wie Radiohead auf Ketamin oder erinnert an David Bowies wildeste Momente in den 1990ern. Fast schon dämonisch und besessen wird gegrowled und gefaucht oder manchmal ganz sanft gesungen. Stian Westerhus kann auch leise und ist präzise in der Entwicklung seiner Dramaturgie. Sein Gitarrenspiel ist ebenso unkonventionell wie virtuos.
KURATION: JOANA ADERI
Tickets:
Festivalpass (3 Tage)
Regulär 120 CHF · Reduziert* 90 CHF · Studierende/Schüler*innen 65 CHF
Tagesticket (Do / Fr / Sa)
Regulär 45 CHF · Reduziert* 35 CHF · Studierende/Schüler*innen 25 CHF · Support 55 CHF
* Reduziert: Kulturlegi, Sonart, IV
Bitte Vorverkauf nutzen:
https://eventfrog.ch/de/p/festivals/weitere-festivals/taktlos-festival-2026-7417170371118374092.html
Als die Sängerin Joana Aderi die Anfrage zur Kuration des Taktlos 2026 bekam, wollte sie im ersten Moment ablehnen. Nach der Pandemie und über fünfzehn Jahren Bühnenerfahrung hatte sie beschlossen, nur noch ausgewählte Konzerte zu geben und sich verstärkt auf die Musiktherapie zu konzentrieren. Doch je länger sie darüber nachdachte, desto mehr wurde ihr klar, dass gerade jetzt der passende Zeitpunkt sein könnte, um das Programm für ein Festival wie das Taktlos zu gestalten. Denn Selbstreflexion und die ganz grundsätzliche Frage, was Musik auf der Bühne kann und will, wirkt sich auch auf die Auswahl der Musikschaffenden aus. Die erste Frage dabei war für Joana Aderi: Wen will ich bei diesem Festival zusammenbringen?
Die naheliegende Antwort ist, dass es sich vorwiegend um Musiker*innen handelt, die Joana Aderi in ihrer Karriere und in ihren Lebensstationen kennen und schätzen gelernt hat. So studierte sie beispielsweise bei Tor Haugerud in Norwegen Improvisation, hat mit Frank Rosaly in Chicago gelebt. Mit Andreas Tschopp teilt sie sich ihren Proberaum in Zürich, und mit MAG verbindet sie eine stilistische Schwesternschaft, die sich auch darin zeigt, dass sich die beiden immer wieder an Festivals und Veranstaltungen begegnen.
Doch die Bekanntschaften allein würden als Auswahlkriterium zu kurz greifen. Denn die Künstler*innen verbindet eine ganz entscheidende Qualität, die Joana Aderi sehr wichtig ist: Sie alle verfügen in unterschiedlicher Weise über eine aussergewöhnliche Präsenz auf der Bühne. Eine Körperlichkeit, ob in der Stimme, im Saitenspiel oder beim Griff in die Tasten. Eine intrinsische Motivation in dem, was sie tun. Es ist Musik, bei der es nicht um das Ego geht, sondern um den Moment. Um das, was im Zusammenspiel mit anderen Musiker*innen oder auch mit dem Publikum im Hier und Jetzt entsteht. Ganz bewusst wird dabei auf eine aufwändige Szenografie oder Visuals verzichtet. Stattdessen ist Platz für Sinnlichkeit und Eigensinn, für wummernde Bässe ebenso wie für leise Töne.