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Festival

Freitag 13.03.2026   20:00 - 23:00

Taktlos Festival - Tor Haugerud, «Hikikomori», MAG

Programm:

20:00         Tor Haugerud
21:15         «Hikikomori»
22:30         MAG


TOR HAUGERUD
drums, percussion

STARS WE CANNOT SEE
Tor Haugerud ist ein etablierter und aktiver Improvisationsmusiker in der norwegischen Jazzszene. In seinem Solo-Konzert präsentiert er Musik, die auf seinem neuesten Album Stars We Cannot See basiert und doch frei und im Moment entsteht. Field Recordings von einem Markt in China vermischen sich mit der Haptik des Schlagzeugs. Die Schwingungen von Gongs und Saiten erzeugen Interferenzen. Sogar der Handling-Noise vom Aufnahmegerät wird Rhythmus und Teil der Musik. Tor Haugerud bleibt fokussiert wie ein Teemeister beim Gong Fu Cha, der traditionellen chinesischen Teezeremonie. Beobachtet, hört hin, lässt die Musik sich entfalten wie die Geschmacksnuancen eines hochwertigen Pu-Erh-Tees. Mit feinem Gespür für Raum und Dramaturgie bespielt er unsere Wahrnehmung der Zeit.

 

MAG
Magdalena Ågren: trombone, vocals, synths, drum machine,homemade electronics, effects, loopers, samplers

Electropunk, Jazz-Avantgarde oder Rave? Alles zusammen, und zwar nicht einfach ein bisschen von allem, sondern wirklich alles, und zwar ganz: Das ist MAG.
Mit Megaphon, verzerrter Posaune und selbstgebastelter Elektronik gibt die schwedische Musikerin den Takt an. Magdalena Ågren ist eine Instanz in der Göteborger Underground-Musikszene. Ihre Tentakel reichen von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Die Musik entwickelt Energie aus dem Persönlichen und politische Sprengkraft aus dem Privaten. Jedes Konzert ein Protest gegen Staat und Patriarchat. Egal ob Festival oder Club: Mit ihrer wuchtigen Stimme und Präsenz vermag sie jeden Raum für sich einzunehmen. Ein Auftritt am Taktlos 2026 mit Ansage.


«HIKIKOMORI»Joana Aderi: composition, voice
Pablo Giw: trumpet 
Vincent Glanzmann: drums 
Vincent Membrez: synths
Andel Strube: flute
Andreas Tschopp: trombone, flute
Marc Unternährer: tuba

Mit Becken und Rückkoppelung erzeugt das Schlagzeug ein futuristisches Rauschen. Einzelne Flötenklänge tasten sich vorsichtig in den stillen Raum. Das Bühnenprogramm «Hikikomori» ist im Rahmen einer Residency im Zürcher Moods entstanden. Die Sängerin und Musiktherapeutin Joana Aderi widmet sich in dieser Komposition dem Phänomen der Hikikomori. Der Begriff stammt aus dem Japanischen und bezeichnet Personen, die sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurückziehen und in ihren eigenen vier Wänden vereinsamen.
Mit musikalischen Mitteln befragt Joana Aderi diesen Rückzug von der Gesellschaft und versucht, diesem komplexen Geflecht zwischen Individuum und Kollektiv einen Klang und eine Stimme zu geben.

KURATION: JOANA ADERI

Tickets: 

Festivalpass (3 Tage)
Regulär 120 CHF · Reduziert* 90 CHF · Studierende/Schüler*innen 65 CHF

Tagesticket (Do / Fr / Sa)
Regulär 45 CHF · Reduziert* 35 CHF · Studierende/Schüler*innen 25 CHF · Support 55 CHF

* Reduziert: Kulturlegi, Sonart, IV

Bitte Vorverkauf nutzen: 
https://eventfrog.ch/de/p/festivals/weitere-festivals/taktlos-festival-2026-7417170371118374092.html

Als die Sängerin Joana Aderi die Anfrage zur Kuration des Taktlos 2026 bekam, wollte sie im ersten Moment ablehnen. Nach der Pandemie und über fünfzehn Jahren Bühnenerfahrung hatte sie beschlossen, nur noch ausgewählte Konzerte zu geben und sich verstärkt auf die Musiktherapie zu konzentrieren. Doch je länger sie darüber nachdachte, desto mehr wurde ihr klar, dass gerade jetzt der passende Zeitpunkt sein könnte, um das Programm für ein Festival wie das Taktlos zu gestalten. Denn Selbstreflexion und die ganz grundsätzliche Frage, was Musik auf der Bühne kann und will, wirkt sich auch auf die Auswahl der Musikschaffenden aus. Die erste Frage dabei war für Joana Aderi: Wen will ich bei diesem Festival zusammenbringen?

Die naheliegende Antwort ist, dass es sich vorwiegend um Musiker*innen handelt, die Joana Aderi in ihrer Karriere und in ihren Lebensstationen kennen und schätzen gelernt hat. So studierte sie beispielsweise bei Tor Haugerud in Norwegen Improvisation, hat mit Frank Rosaly in Chicago gelebt. Mit Andreas Tschopp teilt sie sich ihren Proberaum in Zürich, und mit MAG verbindet sie eine stilistische Schwesternschaft, die sich auch darin zeigt, dass sich die beiden immer wieder an Festivals und Veranstaltungen begegnen.

Doch die Bekanntschaften allein würden als Auswahlkriterium zu kurz greifen. Denn die Künstler*innen verbindet eine ganz entscheidende Qualität, die Joana Aderi sehr wichtig ist: Sie alle verfügen in unterschiedlicher Weise über eine aussergewöhnliche Präsenz auf der Bühne. Eine Körperlichkeit, ob in der Stimme, im Saitenspiel oder beim Griff in die Tasten. Eine intrinsische Motivation in dem, was sie tun. Es ist Musik, bei der es nicht um das Ego geht, sondern um den Moment. Um das, was im Zusammenspiel mit anderen Musiker*innen oder auch mit dem Publikum im Hier und Jetzt entsteht. Ganz bewusst wird dabei auf eine aufwändige Szenografie oder Visuals verzichtet. Stattdessen ist Platz für Sinnlichkeit und Eigensinn, für wummernde Bässe ebenso wie für leise Töne.